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Der Herrscher und sein Haustier - Teil 1

Der Herrscher und sein Hund - Einleitung

Eine Heranführung an das Thema

In dieser kurzen Reihe werfe ich einen Blick auf die Bildinszenierung des Herrschers mit seinem Haustier. Als Grundlage dient eine Seminararbeit, die ich 2017 verfasst habe. Dabei werde ich mir den Erfolg dieser Darstellung ansehen und versuche herauszuarbeiten, warum dieses Bildmotiv für Politiker interessant ist, was es zu ihrer Inszenierung beiträgt und welche Bedeutungen hinter dem Bildmotiv stecken. Dabei werde ich mich auf den Hund als Haustier fokussieren.

Man denke nur an Queen Elisabeth II., Wladimir Putin, Francois Mitterand oder Barack Obama. Auch Alexander van der Bellen zeigt sich gerne und oft mit einem seiner Hunde. Im Verlauf dieser Reihe werde ich mir ein Plakat von Van der Bellen während des österreichischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 ansehen, das Bildmotiv entschlüsseln und einen passenden Vergleich finden.

Film Royal Corgi

Filmplakat: Royal Corgi - Der Liebling der Queen; Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/263492/bilder/?cmediafile=21592768

Was macht nun ein politisches Bild aus und wie kann man es analysieren?

Kurzum können alle Bilder, die durch entsprechende Verwendung, Fragestellung oder Interpretation politisch kontextualisiert werden und somit als politisches Bild angesehen werden (Drechsel 2006, 111) 1. Ich fokussiere mich auf Bilder von Politikern und ihren Hunden.

Die verwendete Methode ist die Bildanalyse nach dem Drei-Stufenmodell von Erwin Panofsky. Diese Methode dient als Grundlage, um die Bilder zu verstehen und ihre Bildbedeutung herauszuarbeiten, um dann einen geeigneten Vergleich zu finden.
Diese Methode der Politischen Ikonografie und Ikonologie hat sich aus der Kunstgeschichte heraus entwickelt und hat durch Aby M. Warburg eine Öffnung in Richtung alltäglicher Visualisierungen erfahren (Müller und Geise 2015, 183) 2. Der qualitative Forschungsansatz bemüht sich um eine „[…] Entschlüsselung und Rekonstruktion der Bedeutungen bildlicher Kommunikate […] unabhängig von ihrem ästhetisch-künstlerischen Wert“ (ebd.,183) 2. Bilder sind demnach historische Quellen, die durch die Analyse mit ihrem sozio-politisch-kulturellen Entstehungskontext in Verbindung gebracht werden. (ebd., 183) 2.

Die Ikonografie dient dabei als eine Bildbeschreibung und ist eine deskriptive Methode. Die Ikonologie versucht als eine interpretative Methode durch die Nutzung unterschiedlicher Quellen dem Sinn und der Bedeutung des Bildes auf den Grund zu gehen. Dadurch macht es auch Sinn beide Methoden miteinander zu kombinieren, um das Bild und die Bedeutung umfassend zu rekonstruieren (ebd., 184ff ) 2. Die Methode stützt sich auf das von Erwin Panofsky entwickelte dreistufige Analyseschema (ebd., 186f)2:

1) Vor-ikonografische Beschreibung

In diesem Schritt wird das „Primäre oder natürliche Sujet“ erfasst. Das Gesehene soll auf eine neutrale Weise beschrieben werden, d. h., dass Namen, Ämter aber auch Deutungen noch keine Rolle spielen. Die Aufmerksamkeit soll auf die fotografische Komposition, Kamerawinkel, Beleuchtung, etc. gerichtet werden.

2) Ikonografische Analyse

In diesem Schritt wird das „sekundäre oder konventionale Sujet“ erfasst. Dabei werden Themen oder Konzepte erfasst, mit denen bestimmte Motive verbunden sind. Dabei wird auch Textmaterial als Informationsquelle herangezogen. Es erfolgt eine erste Interpretation unter der Verwendung von visuellen und textlichen Quellen.

3) Ikonologische Interpretation

In diesem Schritt werden die vorangegangenen Schritte in Zusammenhang mit dem sozio-politischen Kontext und den kulturellen Reproduktionsmustern gebracht. Das Ziel besteht in der Entschlüsselung der intrinsischen (inneren) Bedeutung. Besonders die Entstehung, die ursprüngliche Bedeutung und der Bedeutungswandel liegen im Fokus des Interessensgewinn. Dieser Schritt beruht auf der Begabung und Erfahrung des Interpreten und macht daher auch die Reliabilität und Validität der Ergebnisse schwierig nachzuvollziehen. Die Stärke der Methode liegt im universellen Motivvergleich, denn diese können über große Zeitspannen und Regionen hinaus miteinander verglichen werden (ebd., 188) 2.

Fortsetzung folgt …

Im nächsten Teil fahre ich mit der Geschichte des Hundes als Haustier fort.


  1. Drechsel, Benjamin (2007). Was ist ein politisches Bild? Einige Überlegungen zur Entwicklung der Politikwissenschaft als Bildwissenschaft. In: Mitterbauer, Helga und Ulrich Tragatschnig (Hrsg.) (2007). Moderne. Kulturwissenschaftliches Jahrbuch 2 (2006). Themenschwerpunkt: Iconic Turn?. Innsbruck, Wien, Bozen: Studien Verlag, 106-120. ↩︎

  2. Müller, Marion G. und Stephanie Geise (2015). Grundlagen der visuellen Kommunikation. Theorieansätze und Analysemethoden. 2 völlig überarbeitete Auflage. Konstanz und München: UVK Verlagsgesellschaft. ↩︎