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How to get a job #4 - Ein Praktikum?

Praktikum beim „Unternehmen X“

Ich schreibe das möglichst anonymisiert, daher wird die Arbeitsstätte als „Unternehmen X“ bezeichnet.

Hilfe ein stationäres Telefon

Ich bewarb mich einmal bei diesem „Unternehmen X“, wusste aber nicht, was es genau macht. Eine Internetrecherche ergab keine zufriedenstellende Antwort, so musste ich fehlinformiert zum Gespräch und blamierte mich sogleich. Dort anzurufen oder nachzufragen wäre mir nie in den Sinn gekommen, da mein altersschwaches Smartphone sogar schon beim Telefonieren den Geist aufgab. Ich konnte nur sehr vorsichtig mit dem Smartphone umgehen und es funktionierte nur stationär im Haus an einer bestimmten Stelle (ironischerweise neben dem Festnetztelefon). Es durfte aber keinen Millimeter bewegt werden, was die Telefoniererei während der Bewerbungsphase sehr verkomplizierte. Ein nicht mehr mobiles Mobiltelefon sozusagen mit dem ich es wirklich lange ausgehalten habe. Vielleicht habe ich deswegen auch keinen Job bekommen?

Eine fertig ausgebildete Praktikantin?

Ich war also total uninformiert dort. Die suchten sowieso nur eine preisgünstige Aushilfe, die schon alles im Sekretariat kann. Mit Praktikum hat das aber nichts zu tun. Ich bin ja dort um was zu lernen und nicht, damit ich fertig ausgebildet hinkomme, gleich voll einsatzfähig bin, für weniger Geld arbeite und nach einem Jahr wieder gehen darf. Voraussetzungen, Aufgaben und was geboten wird, stimmt da nicht überein. Ich wurde mit Fragen wie „Hast du mit dem Outlook-Kalender gearbeitet? Termine und Besprechungen reserviert?“ konfrontiert. Und so ist es bei ganz vielen Praktika.

Eine weitere ähnliche Erfahrung

Dann Jahre später wieder ein Vorstellungsgespräch bei dem „Unternehmen X“, nur in einem anderen Bereich. Eine ganz flotte, schnelle Person, die ich fast nicht verstand, so schnell redete sie. Mittlerweile hatte ich schon Ahnung von diesem „Unternehmen X“. Ich habe ja dazugelernt. Den Gesprächstermin wählte ich allerdings blöd. Als ich den Anruf erhielt saß ich gerade im Zug und bekam vom Telefonat kaum etwas mit, daher wusste ich nicht mehr was am Schluss gesagt wurde. Also bereitete ich mich gut vor und nahm die ausgedruckten Unterlagen mit. Was ich dadurch natürlich auch wusste, dass dort am Nachmittag ein Fest stattfinden würde, logisch hatten die am Vormittag Stress und die Gedanken woanders als bei mir. Im richtigen Gebäude und der richtigen Abteilung angelangt, machte ich es mir so gut es ging während der Wartezeit gemütlich. Es lagen Prospekte auf, die packte ich sofort ein. Dann wurde ich aufgerufen, durfte endlich rein und stieß gleich beim Abstellen meiner Tasche fast den kleinen Tisch mit den Gläsern um. Ich hatte ebenfalls das Gefühl, dass sie meine Antworten gar nicht interessierten. Sogar ein Kompliment zur Arbeit machte ich, was auch geschmeichelt hat, aber als ich sagte, dass mein soziales Freiwilligenengagement zuhause liege, brach bei meinem Gegenüber Lachen aus. Ich überspielte das mit einem Lächeln. Eine Hausaufgabe bekam ich auch mit auf den Weg. Ich sollte eine Pressemitteilung für ein „fiktives“ Projekt schreiben. Ich wusste natürlich aufgrund meiner Recherchen, dass dieses Projekt wirklich in Planung war. Außerdem fand ein paar Tage später sogar ein öffentliches Treffen zum Thema statt. Ich hätte da einfach mehr meinen Mund aufmachen sollen und sagen sollen, dass ich eh Bescheid weiß.

Fazit

Hier habe ich gelernt, dass Vorbereitung wichtig ist, nur sollte man auch zeigen, dass man vorbereitet ist. Wenn man merkt, dass man mit dem Arbeitsplatz, Team, den Aufgaben, etc. nicht so gut harmoniert oder es doch nichts für einen ist, sollte man trotzdem das Beste geben und das Gespräch als Training sehen. Und eben dieses Training nutzen, um auch etwas forsch und herausfordernd auf den Gesprächspartner einzugehen und eventuell kritische Bemerkungen machen, damit man für den Traumjob gut vorbereitet ist.