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How to get a job # 5

Teil 5: Eine Sammlung an Erfahrungen

Es folgt eine Sammlung an kurzen einzelnen Erfahrungen, welche durch ein abschließendes Fazit komplettiert werden.

Eignungstests

Für ein Praktikum für Akademiker wurde ich zu einem Eignungstest eingeladen. Ich weiß nicht mehr wie viele Bewerber es waren, aber es waren ein paar Hundert (wie bei den meisten Stellen, wo man sich bewirbt). Dabei dachte ich, dass die Einladung zu einem Test schon ein weiterer Schritt im Bewerbungsprozess war, aber nein alle wurden zum Test eingeladen. Zu einem Gespräch wurde ich nicht eingeladen. Testergebnis war, soweit ich mich erinnern kann, im soliden Mittelfeld.

Einige Jahre später durfte ich wieder einen Test absolvieren. Diesmal war es, ich habe meine Erwartungen bereits sehr stark reduziert, für ein Praktikum, welches man auch ohne Matura absolvieren kann. Es war in einem schönen historischen Gebäude, daher gab es auch Sicherheitspersonal am Eingang. Da ich am selben Tag wieder nach Hause ging, hatte ich den großen Rucksack mit. Das Sicherheitspersonal durchsuchte alles ganz genau. Zwei kleine Taschen mit Essen und Kabeln wurden auch geöffnet und angeschaut. Der Test war für meine Verhältnisse recht einfach. Um 8 Uhr fingen wir an. Die ersten 20 Minuten füllte ich einen Fragebogen zum Lebenslauf aus. Dann startete der Computertest mit drei Blöcken. Nach 20 Minuten war ich fertig und verließ kurz vor 9 Uhr das Gebäude, nachdem ich noch den historischen Eindruck des Gebäudes auf mich wirken ließ.

Später wieder ein Eignungstest. Dauer 45 Minuten bis 1 Stunde 15 Minuten, je nachdem wie lange man mit dem Texte lesen beschäftigt war. Ich hatte Startschwierigkeiten, da ich Probleme mit meiner E-Maiadresse hatte. Ich begann als Letzte mit dem Test und war als Erste fertig. Es waren drei Aufgabenblöcke, der dritte war das Textverständnis. Nach 40 Minuten war ich anscheinend fertig, denn das Programm forderte mich zum Schließen auf. Ich war verwundert, dass ich so schnell war, drehte dann aber alles ab und ging einfach. Der Tag war nicht wirklich meiner. Ich konnte mir den Platz nicht aussuchen und ich brauche ein gewisses gutes Gefühl für einen Platz (Licht, Fluchtmöglichkeit, Ausrichtung im Raum, etc. so wie Sheldon Cooper bei TBBT). Also passte der Platz nicht wirklich für mich und die PC-Maus reagierte unangenehm. Es war halt wirklich nicht mein Tag. Das Ergebnis dann enttäuschend.

Vermittlungsagenturen

Einmal wurde ich nach St. Pölten für ein Bewerbungsgespräch zu einer Vermittlungsagentur für Jobs eingeladen. Die Stellenbeschreibung war etwas wage, daher wusste ich nicht genau, um was es in der beworbenen Stelle ging. Ein Herr Dr. empfing mich, was mich irgendwie nervös machte. Beim Gespräch kam heraus, dass ich eigentlich schon zu spät dran war und der Personenkreis bereits eingeschränkt war. Trotzdem erklärte er mir die Stelle und um die Atmosphäre zu lockern fragte er die Frage, mit der ich aufgrund meines Nachnamens öfter konfrontiert bin. Ein anderes Mal war es ein Telefoninterview bei einer Vermittlungsagentur, da war der Job auch schon besetzt.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber manchen werden die Jobs ja nur so nachgeschmissen

Ich kenne jemanden, der nimmt alle Ratschläge seines Umfeldes an und das mit Erfolg. Die Schulauswahl, das Studium, das Praktikum alles werde ihm angeraten und die Jobs nur so nachgeschmissen und er muss sogar Jobs absagen. Und ich habe gesucht und nichts gefunden. Aber ich kann halt nicht gut aufschneiden und schönreden und bleibe bei der beinharten Realität und die klingt halt nicht so toll.

Weite das Gebiet aus

Da ich die Örtlichkeit für die Jobsuche im Laufe der Zeit immer ausweitete und es mich auch nach Oberösterreich in Gegenden verschlug, wo man mit den Öffis schwer hinkommt, musste ich meine Autobahnfahrkenntnisse auffrischen. Aufgrund des Studiums fuhr ich lieber mit dem Zug von zuhause nach Wien, daher musste ich mich erst wieder ans Autofahren, besonders Langstrecken und Autobahn gewöhnen und das noch mit einem ungewohnten Auto. Da bin ich für einige Gespräche und sogar für einen Probearbeitstag hin- und zurückgefahren. Auch ein Wohnortwechsel stand im Raum. Obwohl ich sagen muss, dass ich schon stark mit meinem Heimatort verwachsen bin und mir in so einem Fall das Wochenende zuhause heilig ist bzw. ich immer Befürworterin für Telearbeitstage bin. Der Job wurde mir mit einer herzlichen und persönlichen Begründung abgesagt. Ich konnte mir den Job gut vorstellen und auch die freundliche Absage spricht für das Unternehmen.

Zitat aus der Absage:

"[…] haben das Bild einer sehr überlegten, verlässlichen, zielbewussten und starken jungen Frau gezeichnet. […] angebotene Stelle […] für Ihre Persönlichkeit deutlich zu wenig Struktur […]”.

Diese Promotion-Agenturen

Ein Studentenjob bei einer Promotionagentur ist sehr beliebt und einfach. Ich brauche mich nur ausgewählte Tage in einem befristeten Zeitraum in ein Geschäft stellen, Kunden beraten oder Geschäfte einräumen. Während des Studiums hatte ich zwei solcher Jobs. Nach dem Studium ergatterte ich nochmals so einen Job bei einem großen Projekt. Die Agenturleute waren recht freundlich und boten mir sogar an, dass ich bei einem anderen Projekt, sogar bei mir in der Nähe, anfangen könne. Zuerst beim Regale einräumen, aber mit Zukunftschancen als Gebietsleiterin. Also ich war zu der Zeit nach dem Studium, obwohl es nur ein paar Monate nach Studienende war, schon etwas verzweifelt und überlegte ernsthaft das Angebot anzunehmen.

Das Ende?

So nun habe ich sehr viele Erfahrungen geteilt. Mittlerweile habe ich jetzt einen fixen Job, kein Praktikum mehr, aber es ist noch nicht ganz die Position wo ich verweilen möchte.

Nach Abschluss des Studiums suchte ich sechs Monate nach etwas, gefühlt dauerte es viel länger, da ich während dem Masterstudium bereits Ausschau nach etwas hielt. Das Gefühl bereits eine Ewigkeit zu suchen, brachte mich schon etwas in Verzweiflung. Was dachte ich mir, dass ich gleich nach dem Studium den Traumjob bekomme? Daher setzte ich im Laufe dieser Zeit meine Erwartungen immer niedriger an. Von Jobs/Praktika für Akademiker handelte ich mich runter auf Maturaniveau und versuchte in meiner Berufsausbildung Fuß zu fassen. Ich steig sogar noch eine Stufe runter und bewarb mich für ein Praktikum, wo man nicht mal eine Matura brauchte, weil mir die räumliche Nähe des Arbeitsortes zusagte.

Ein halbes Jahr nach dem Abschluss hatte ich die Zusage für ein Praktikum, was nichts mit meiner gewünschten Branche zu tun hatte, aber irgendwo muss man anfangen, dachte ich mir. Nach diesem viermonatigen Praktikum mit Mitarbeiterzielen konnte ich woanders nahtlos ein weiteres einjähriges Praktikum anschließen. Das Besagte mit dem so komfortabel, nahegelegenen Arbeitsort. Zu Beginn dachte ich mir, nicht schlecht mal wo reinschnuppern zu können. Ich war manchmal über- aber öfters unterfordert.

So nun beginne ich von ganz unten und werde mich raufarbeiten, so war der Plan. Ich habe ein Ziel. Eine Stufe höher habe ich erreicht. Das Ziel die Stufen noch höher zu erklimmen ist noch da, um eine für Akademiker adäquate Position zu erhalten. So träume ich auch davon wieder zu studieren (diesmal was Solides) und halte mein Ziel vor Augen.

Fazit

Nach dem Studium musste ich also von ganz unten beginnen und langsam die Karriereleiter hinaufsteigen. Vielleicht funktioniert es. Ich vertraue darauf, bis jetzt hat sich alles irgendwie ergeben und gelenkt. Das Glück ist mit den Glücklichen.

Ob ich es empfehlen würde von unten anzufangen? – Ich glaube das kommt auf die individuelle Situation an und ob man das Geld oder den Versicherungsschutz bereits braucht oder noch länger warten kann. Aber bereits nach einem halben Jahr Jobsuche zu verzweifeln und seine Erwartungen ganz runterzuschrauben würde ich nicht empfehlen. Das wurde mir bei der Vorstellungsrunde für das einjährige Praktikum bewusst, wo in der ersten Einheit alle gefragt wurden was ihre Ziele seien. Ich, die einzige mit Masterabschluss, die anderen kamen entweder frisch von der Matura, waren bereits länger arbeitslos oder auf der Suche nach einer beruflichen Umorientierung. Ihre Ziele im Büroalltag integriert zu werden oder eine Weiterbildung anzustreben, waren nicht vergleichbar mit meinem Wunsch. Ich wollte wo anfangen und mal schauen was es bringt.

Die Erwartung nach den Studium gleich einen hohen Posten zu bekommen ohne erforderliche Grundausbildung oder Praxis ist aber nicht realistisch, auch wenn manche „Aufschneider“ das einem weiß machen wollen. Eine Kombination aus Studium, Weiterbildung und praxisnaher Arbeit jedoch wertvoll in der Ausbildung.

So bin ich derzeit froh, zumindest da zu sitzen, wo ich jetzt sitze.